Brücken bauen
Becej, eine Stadt in Serbien
Wer wir sind: eine Gruppe von 15 Mitgliedern unterschiedlicher Konfessionen unter dem Dach der Evangelischen Kirchengemeinde Bensberg.
Unsere Ziele: Wir wollen einerseits die Menschen in unserer Umgebung über die Verhältnisse in Serbien nach dem Kosovo-Krieg aufklären und zu Hilfeleistungen ermutigen. Wir wollen andererseits einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen in Serbien leben können und nicht fliehen vor Hunger, Gewalt und Hass. Wir wollen nach dem Krieg dort ein Friedenszeichen setzen. Dabei geht es uns auch darum, langfristig konzipierte Friedensarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Serbien zu unterstützen, denn Kinder sind die Erwachsen von morgen, und letztlich können nur so weitere Kriege verhindert werden. Wir wollen dazu beitragen, dass die rückkehrwilligen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren. Und wir wollen diejenigen, die nicht mehr zurückkehren können, bei der Integration in ihre neue Heimat unterstützen.

Aktuelle Projekte: Das Friedensprojekt in Becej mit Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren findet guten Zuspruch, ca. 40 Jugendliche verschiedener Nationalitäten, Einheimische und Flüchtlinge, lernen in gemeinsamen künstlerischen und sozialen Aktivitäten Strategien der friedlichen Konfliktbewältigung. Parallel dazu gibt es in Backa Palanka ein Friedensprojekt mit Kindern zwischen 6und 14 Jahren. Beide Friedensprojekte werden von sogenannten „Nichtregierungsorganisationen" durchgeführt (NGO), die jetzt zwar nicht mehr verfolgt werden, die aber auch keine staatliche Unterstützung erhalten.

Serbische Flüchtlinge aus Kroatien (noch aus dem Krieg 1992 (!), die in Verschlägen in einer Turnhalle zusammengepfercht leben, werden über Patenschaften unterstützt. Hier versuchen wir, Anreize zur Eigeninitiative zu geben. Zu ursprünglich 171 Personen kamen 5 Babies und 1 Erwachsener hinzu. Jetzt leben noch 29 Menschen im Lager; 53 leben in der Stadt in Privatwohnungen. 20 Personen sind bisher nach Kroatien zurückgekehrt. Diese 102 Menschen werden weiterhin von uns unterstützt; 65 Personen sind ausgewandert, 10 innerhalb Jugoslawiens umgezogen und einer gestorben. Die beengte Situation hat sich durch unsere Hilfe also deutlich entspannt. Die noch Zurückgebliebenen sind meist alt und krank, sie haben kaum eine Perspektive; trotzdem versuchen wir, sie dort herauszubekommen.

Ca. 170 Flüchtlingen aus dem Kosovo (ca. 25 % sind Roma), die nach Becej vertrieben wurden und einen Teil ihrer engsten Verwandten verloren haben, helfen wir mit etwas Geld für Lebensmittel und dem für das Überleben Notwendigsten.
Über das Soziale Zentrum haben wir über 100 sozial schwache Familien mit Geld für Brennmaterial und mit gebrauchter Winterkleidung (Lastwagen-Transporte) unterstützt. Für 490 Kinder aus sozial schwachen Familien haben wir bis Juni 2003 einmal täglich ein Pausenbrot finanziert, weil das Geld für die Schulspeisung fehlte und die Kinder hungerten.
Die Ambulanzen für Kinder, Erwachsene und die Zahnmedizin erhielten Geld für Medikamente, Verband- und anderes medizinisches Material. Gebrauchte Geräte (z. Bsp. Röntgen, US) transportierten wir von Deutschland nach Becej.
Für das gerontologische Zentrum wurden - teilweise lebensnotwendige – Medikamente und Verbrauchsmaterial (Windeln) finanziert.
Kindergärten haben wir in Einzelfällen mit Geld für Lebensmittel und Spielmaterial und einem Elektroherd geholfen. Hier hat sich die Situation deutlich gebessert.

Im Rahmen eines Projektes „Hilfe zur Selbsthilfe" wurden 50 junge Leute verschiedener ethnischer Gruppen in diversen Berufen ausgebildet, 50 % haben einen Arbeitsplatz gefunden oder bald in Aussicht. Weitere 50 Jugendliche werden zur Zeit wieder ausgebildet.

Kredite für Flüchtlinge: einigen Flüchtlingsfamilien, die eine einigermaßen sichere Arbeit gefunden haben, helfen wir mit Krediten. Damit können sie preiswerte (oft heruntergekommene) Behausungen erwerben und im laufe der Zeit ein eigenes Zuhause schaffen.
Wie finanzieren wir uns? Wir finanzieren uns fast ausschließlich über Spenden sowie in geringem Umfang durch Zuwendungen aus dem kirchlichen Bereich. Wir übergeben die Gelder persönlich oder
kontrollieren den Empfang an Hand von Unterschriften oder Originalbelegen. So kann jeder Spender sicher sein, dass jeder gespendete Euro ohne Abzug den Projekten zu Gute kommt. Der Spendenzufluss ist stark zurückgegangen. Schweren Herzens mussten wir deshalb einen Teil der Projekte einstellen. Im Wesentlichen unterstützen wir in 2003 noch die Flüchtlinge (aus Kroatien und dem Kosovo), die Rückkehrer nach Kroatien, die Hilfe zur Selbsthilfe und die Friedensarbeit.
Konkrete Kontakte und Abwicklung: Regelmäßige Kontakte zu allen Projektleitern der genannten Projekte sowie zur Stadtverwaltung und zum Bürgermeister. Reisen von Mitliedern unserer Gruppe möglichst zweimal im Jahr; bisher 11 Reisen seit Juli 1999, alle selbst finanziert; letzte Reise im Mai 2003.
Einzelgespräche und Gespräche am „Runden Tisch" mit allen beteiligten Gruppen
Was sind unsere nächsten Schritte?
Wir wollen weiter die Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern, z.B. durch eine bessere Förderung von Ausbildungsmöglichkeiten, um Jugendlichen in der Nachkriegszeit eine berufliche Perspektive zu geben, und wir wollen die Friedensarbeit weiter unterstützen.
Spenden sammeln für die weitere Unterstützung
Kontakte:
Christiane Bertram,
Barbara Brauner (02204/82528)
Heide Hamann
Milan Relic (02204/72963)
Werner Rossbach (02204/81903)
Spendenkonto: Evang. Kirchengemeinde Bensberg - Kreissparkasse Köln,
Kto-Nummer 0312002068, BLZ 37050299; Stichwort Brücken bauen
Für Spendenbescheinigungen bitte genaue Anschrift angeben!


