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„Alle Jahre wieder“: Haushalt und Finanzen der Gemeinde Und in diesem Jahr besonders: Neues Kirchliches Finanzwesen

Nicht nur für Bund, Länder, Kommunen, Unternehmen, auch „bei Kirchens“ steht das Jahresende immer ganz im Zeichen des Geldes. Mediale Aufmerksamkeit hält sich vergleichsweise in Grenzen – vielleicht da wir uns nicht so streiten.

Jeder Banker würde sagen “Von Geld haben die doch eh‘ keine Ahnung und vor allem die Zeichen der Zeit verschlafen“.
Der „Normal“bürger meint „Kirche hat genug Geld“ und verabschiedet sich daher häufiger aus dieser Solidargemeinschaft der Kirchensteuer-Zahler durch materiell intendierten Kirchenaustritt. Trotzdem werden Taufen, Konfirmationen, Konfirmandenunterricht, Hochzeiten, Beerdigungen weiterhin „gerne genommen“. Und die Kinder haben auch einen KiTa-Platz im Familienzentrum E.N.G.E.L. Und mit welchen Mitteln wird dies alles finanziert?  
Noch reichen unsere Einnahmen und Rücklagen. Das sind wir dank weitsichtiger Entscheidungen unserer Vorgänger im Amt besser dran als viele andere Gemeinden.

Vor allem ist uns klar wofür unsere Mittel da sind: Nicht, um eine reiche Gemeinde zu sein, sondern ein reichhaltiges Gemeindeleben zu pflegen!
Die Verwaltungsordnung (VwO)  und die Verordnung über das Kirchliche Finanzwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland (KF-Verordnung - KF-VO) besagen, dass das gesamte kirchliche Vermögen der Verkündigung des Wortes Gottes und der Diakonie dient und nur zur rechten Ausübung des Auftrages der Kirche verwendet werden darf. Und wir wissen:  
Unser Glaube gibt uns die Kraft, Geduld und Besonnenheit. Wir vertrauen auf unseren Gott ! ER zeigt uns den richtigen Weg und begleitet uns.


Der neu gebildete Finanzausschuss des von Ihnen in 2012  neu gewählten Leitungsgremiums: Ein 13köpfiges Team besetzt mit PresbyterInnen und PfarrerInnen aller Bezirke, weiteren fachkundigen Gemeindegliedern und kompetenter Unterstützung des Verwaltungsamtes Rhein-Berg. Wir haben uns sehr schnell finden und neuen  Herausforderungen stellen müssen. Denn mit Start dieses Jahres schließt sich unsere Gemeinde dem Neuen Kirchlichen Finanzwesen (NKF) an und ich kann Ihnen sagen: das ist kein einfaches Unterfangen.

NKF: d.h. Neuland! Krafteinsatz zum Überwinden von Befürchtungen! Fremdes verstehen!
Abschied von der Kameralistik (reine Einnahmen/Ausgaben-Betrachtung) hin zur Doppik (kaufmännische Buchführung mit Bilanz, Gewinn-und Verlust-Rechnung).
Die PfarrerInnen fragen zunächst berechtigterweise: „Was hat das alles noch mit meinen Kernaufgaben als Theologe, als Seelsorger, als Prediger zu tun ? Muß ich mich nun messen lassen, wann und wieviel Seelsorge ich betreiben darf ?“
Eindeutig nein ! Es geht nicht vorrangig darum, Kernaufgaben unserer Kirche mit hochgesteckten Zielen oder Er-folgskennzahlen zu belegen –aus der Wirtschaft kennt man ja alles muss rentabel und ertragreich sein -.
Nein, über für Kirche neue Methoden wird ein klarer und weitreichenderer Überblick erlangt und so lässt sich erkennen: Was können wir uns als Gemeinde noch und auf Dauer leisten ? Was ist verzichtbar? Was geht zukünftig nicht mehr ? Wie müssen wir unsere Gemeindearbeit konzipieren?
 
Nach umfangreichen Vorarbeiten konnten wir als erste an das  Verwaltungsamt Rhein-Berg angeschlossene Gemeinde am 29. November 2012 den Haushalt 2013 nach NKF verabschieden. Und das ohne böses Erwachen, auch wenn sich nach neuer Darstellung mit NKF ein unerwartetes Defizit von 120 TEuro offenbarte.  
Vor dem Hintergrund eines Volumens von  in 2013 zu erwartenden ca. 2,6 Mio. Euro Aufwendungen um unser vorhandenes Gemeindeleben im Großen und Ganzen wie bisher aufrechterhalten zu können und vor allem bei Betrachtung der Entwicklungen im vergangenen Jahr keine bedrohliche Situation: Rückgang der Kirchensteuer-Einnahmen - für unsere Gemeinde alleine in 2012 um rd.  22.500 Euro, vorgeschriebene Bildung von Rücklagen zur  Substanzerhaltung der Gebäude, sinkende Zinseinnahmen aufgrund der Finanzkrise, steigende Personalkosten durch Tariferhöhungen, Finanzierung von gesetzlichen Veränderungen zum Betrieb von Kindertagesstätten, steigende Betriebsmittelkosten u.v.m. Und: die Herbst-Kreissynode unseres Kirchenkreises bescherte uns hier einen Geldsegen, der den Ausgleich möglich macht.

Energie und Ideenreichtum zur Entwicklung von Einsparungsmöglichkeiten und zur Priorisierung werden nun gefragt sein.
Darum tagt der Finanzausschuss statt 2-3-mal jährlich zukünftig einmal monatlich – verbunden mit den notwendigen Sitzungsvorbereitungen bedeutet das mind.  6-7 Stunden Zeitaufwand pro Monat alleine für die Finanzen, um so laufende Informationsaktualität und Entscheidungsfähigkeit des Gesamt-Presbyteriums sicherzustellen.

Als gewählte Vorsitzende darf ich dem Presbyterium und vor allem den Mitgliedern im Finanzausschuss für die harmonische und kompetente Zusammenarbeit sehr danken.
Ihnen als Gemeinde danken wir als Presbyterium für Ihr Zutrauen.
Wir werden weiter unser Bestes tun, um unser Schiff, das sich Gemeinde nennt, auf gutem Kurs zu halten.
 
Claudia Heidkamp

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