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08.12.2009, 01.41 Uhr

Rückblick auf die ökumenischen Herbstgespräche 2018 in Herkenrath zum Leitthema "Gott in Bildern denken"

Der erste Abend der Reihe, am 7.11.2018, begann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Fabry zum Thema "Kein Bild von Gott?"
Humorvoll wählte er als Einstieg die Bemerkung, Gott habe auf jeden Fall weiße Haare, weil er sich mit den Menschen beschäftige. Ernsthaft ging es weiter: Als Christen sollten wir schon Auskunft geben können über unseren Gott, wenn wir gefragt werden. Die Frage sei aber, wie wir von Gott reden können, der als "deus absconditus" (= als verborgener  Gott) noch nie gesehen wurde. Das Gebot (Ex 20, 4), man solle sich kein Bild von Gott machen, beziehe sich auf das Verbot von Kultbildern oder Götzenbildern, egal, in welcher Form, wie z.B. der Gott Baal u.a. als Stier dargestellt wurde. Doch um von Gott zu reden, brauche der Mensch Sprachbilder. So erfahren wir Gott in der Bibel als "Handwerker" bei der Schöpfung, als "Krieger" bei der Vernichtung der Ägypter, als "Vater und Mutter", der von Geburt an für uns sorge (Psalm 22). So zeigte Prof. Fabry eindrucksvoll auf, dass wir mit den Bildern von Gott, die uns die Bibel zeigt, nicht nur von Gott in Bildern denken, sondern auch von ihm reden können.

Am 2. Abend, am 14.11.2018, referierte Pfarrer i.R. Heinz Peter Janßen zum Thema "Brauchen wir die Trinität als Bild für         Gott?"
Zunächst stellte Pfarrer Janßen die Frage nach der Bedeutung des Wortes "brauchen" , ob Christen den Glauben an die Trinität bräuchten, um selig zu werden. Der Taufbefehl Jesu "Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes,…" (Mt.28,19) sage nichts aus über das Verhältnis dieser zueinander. Dazu gibt es in der Bibel auch unterschiedliche Aussagen: "Ich und der Vater sind eins." (Joh.10,30) und "Der Vater ist größer als ich." (Joh.14,28) So wurde auf etlichen Konzilien darüber debattiert, ob Jesus und Gott wesensgleich oder wesensähnlich seien. Im Konzil von Nizäa (325 n.Chr.) entschied man sich, dass er "eines Wesens" mit dem Vater sei. Wichtig sei bei allen kontroversen Aussagen zur Trinität, nicht eine Aussage als richtig hinzustellen und andere als häretisch zu verurteilen. In Lukas 10,25, sagt Jesus selbst auf die Frage "Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erhalten?": "Du sollst Gott lieben und den Nächsten wie dich selbst." Wir bräuchten also, um selig zu werden, das Bild von der Trinität nicht. So forderte Pfarrer Janßen eindrücklich, dass die Orthopraxie (= das rechte Handeln) immer über der Orthodoxie (= der rechten Lehre) stehen müsse.

Am 3. Abend, dem Buß- und Bettag am 21.11., zum Thema "Ein Gott, der Beziehung will" stand der Bibeltext vom Feigenbaum, der keine Früchte trug (Lk.13,6-9). In der Auslegung forderte uns Kaplan Joseph auf, Geduld zu haben im Umgang mit unseren Mitmenschen wie der Weingärtner mit dem Feigenbaum.
Zum Schluss danken wir Frau Ursula Wenzel für die Organisation der ökumenischen Herbstgespräche 2018 und Herrn Elmar Funken, Leiter des Katholischen Bildungswerks, für die Unterstützung.                     Dorothee Sander                                                                            

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