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Arbeitskreis Kongo im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

Helena Gaida, Fontanestraße 45, 51429 Bergisch Gladbach
Tel 02204 83736; e-mail: helenagaida@gmx.de

Bericht des Partnerschaftsbesuches aus Kalungu 13.-20. September 2017


Nachdem in 2016 eine größere Delegation aus Kalungu im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch zu Besuch war, wurden in diesem Jahr nochmal 2 Delegierte, der Superintendent Bitondeyubusa Ndabakenga und der Vorsitzende des Partnerschafts-komitees Muhindo Balerwa, eingeladen, um im Jahr der Reformation einen Kontakt zu der gleichzeitig eingeladenen Delegation aus Brasilien zu knüpfen.
Insbesondere das Wochenende 15. -17. September war der Begegnung und dem Thema der Reformation gewidmet. Aber auch andere Programmpunkte wurden zusammen verbracht. Zu erwähnen wären da der Besuch des Hansa Gymnasiums, eine UNESCO Projektschule, und der Besuch bei der Superintendentin, Frau Vogel, am Donnerstag, eine Stadtführung in Köln zum Thema Reformation in Köln am Freitag, und der Besuch des Carls Gartens, ein urban gardening Projekt der Bühnen der Stadt Köln am Montag.

Am Wochenende hat Dr. Gerhard Wenzel sehr anschaulich den großen Einfluss von Flüchtlingen aus Glaubensgründen auf die Entwicklung der Reformation in vielen Teilen Deutschlands dargestellt. Danach wurde den Veedel e.V. am Wunschtor in Ostheim besucht, wo Herr Rolf Blandow einen Einblick gegeben hat in die Arbeit in diesem Stadtteil, wo 91% der Bewohner einen Migrationshintergrund hat und 80% der Kinder von Sozialhilfe lebt.
Am Sonntag feierten wir alle gemeinsam einen bunten Gottesdienst in Rath, wo als Höhe-punkt für die Partnerschaft mit Kalungu die Partnerschaftsvereinbarung, die im vergangenen Jahr ausgearbeitet wurde, von den beiden Superintendenten unterschrieben wurde.
Der Auftakt zu dem Wochenende war ein gemütlicher Abend in Ostheim mit leckerem Essen und einem Trommelworkshop, wo alle mitgemacht haben.

Andere Programmpunkte wurden mit den Kongolesen alleine durchgeführt. Es fand ein Treffen mit Pfarrer Wolfgang Hüllstrung vom LKA zum Thema Gemeinden anderer Sprache und Herkunft statt. Die Gäste waren sehr beeindruckt von den Möglichkeiten, die diese Gemeinden innerhalb der EKiR bekommen und wurden nachdenklich über die Situation der Flüchtlinge in ihrem eigenen Land.
In Köln-Kalk wurde die Abteilung „PIA - Prozess individuelle Arbeitsförderung“ der Diakonie Michaelshoven besucht, wo junge Menschen mit seelischer Behinderung (z.B. Autismus), die nicht in eine Regelschule oder Ausbildung gehen können, behutsam an eine Arbeit heran-geführt werden. Diese Erfahrung war für die Gäste für die Planung des Diakoniezentrums in Minova wichtig. In diesem Zentrum werden sowohl Jugendliche mit einer (körperlichen) Behinderung ein Handwerk lernen, als auch alte Menschen eine Unterstützung bei Problemen bekommen. U.a. werden die alten Menschen eine leichte handwerkliche Fähigkeit lernen können, um etwas Geld für ihren Unterhalt zu verdienen, da sie sonst oft aufs Betteln angewiesen sind. Bei einem Treffen mit der Projektgruppe, die in Deutschland dieses Projekt begleiten wird, wurden mit der Unterstützung von Dr. Kai Horstmann, GMÖ Pfarrer, die ersten Schritte für dieses Projekt gegangen.

Am letzten Tag ging es hoch hinaus: ein Besuch auf dem Drachenfels. Am Nachmittag eine französische Führung durch die Ausstellung „Katharina von Bora – von der Pfarrfrau zur Bischöfin“ im Frauenmuseum in Bonn. Die Führerin hat die Rolle von Katharina von Bora, anderer Reformatorinnen und von Martin Luther sehr ausführlich und interessant beleuchtet. Die kongolesischen Gäste waren da sehr interessiert. Balerwa meinte, Katharina von Bora sei für Luther so ähnlich gewesen, wie Sarah für Abraham. Eine Aussage, die die Führerin in ihre Führung demnächst aufnehmen wird.

Auf dem Drachenfels gab es nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch einen Rückblick auf die vergangene Woche. Hervorgehoben wurden die zwei großen Themen: Reformation und Migration und Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft. Die Gäste haben festgestellt, dass in der Zeit der Reformation die Flüchtlinge dort, wo sie Unterkunft fanden, die Kultur verändert haben. Sie nehmen das als Anregung mit für die Integration der Flüchtlinge in ihre eigene Gesellschaft. Auch sonst hätten sie viele Ideen gesammelt, die sie in ihre Heimat mitnehmen.

Obwohl die Kongolesen keine gemeinsame Sprache mit den Brasilianern hatten, kam doch ein schöner Kontakt unter einander zustande. Beide Gruppen haben jetzt Bilder vor Augen, wenn in November in dem Partnerschaftsgottesdienst für die anderen Partner gebetet wird.

Ein neues Projekt in der Partnerschaft mit Kalungu in D.R. Kongo

Die Geschwister in Kalungu planen in Minova, einem größeren Ort nicht weit von Kalungu, ein Diakoniezentrum zu bauen. Dieses Zentrum wird mehreren Zwecken dienen:
-    Menschen mit einer Behinderung und arbeitslosen Jugendlichen eine handwerkliche Ausbildung bieten.
-    Ein Austauschzentrum für ältere Personen sein, wo diese eine Beratung und Therapie auf psychischem und medizinischem Gebiet bekommen können und ein kleines Handwerk lernen können, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Da viele Familien zu arm sind für die älteren Menschen zu sorgen, sind diese aufs Betteln angewiesen.
Außerdem werden sie hier ihre Geschichten erzählen können. Diese werden dann für die jüngere Generation festgehalten.

Gesucht:

Interessierte Menschen im Kirchenkreis, die Lust hätten, dieses Projekt für die Zeit von 1-2 Jahren zu begleiten (Konzipierung, Antragstellung beim Geldgeber, Durchführung, begleitende Arbeit in Deutschland, Übersetzungen (Französisch)).

Kontakt:
Helena Gaida
Fontanestr. 45
51429 Bergisch Gladbach
Tel. 02204-83736
helenagaida@gmx.de

Partnerschaftsbesuch aus Kalungu / Kongo im Mai 2016

Waren wir doch sehr glücklich in September 2015 endlich die Partner in Kalungu in Kongo besuchen zu können. Jetzt freuen wir uns, dass die Freunde schon im Mai zu einem Gegenbesuch kommen werden, da der 2. Teil der Partnerschaftskonsultation, an dem wir in Goma teilgenommen haben, dann in Wuppertal stattfinden wird.
Die folgenden Personen werden unseren Kirchenkreis besuchen:
•    Superintendent Pfarrer Ndabakenga,
•    Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Herr Balerwa,
•    Frau Myatsi Waiko, Krankenhausseelsorgerin, Mitglied des „KSV“s,
•    Herr Mpalirwa, ehrenamtlicher Jugendmitarbeiter,
•    Frau Musangi, Krankenschwester,
•    und der uns bekannte Pfarrer Mangolopa als Übersetzer.

Die Gäste werden verschiedene Aspekte der kirchlichen Arbeit kennenlernen. Z.B. Besuch bei der Superintendentin, Jugendarbeit, Flüchtlingsarbeit, Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Psychiatrieseelsorge, Seniorenarbeit.In der Woche vor Pfingsten werden sie ein paar Tage in Herkenrath untergebracht sein. Am Freitagabend 13.5, 19:00 Uhr, wird ein Abend zum Thema: „Reformation und die Entwicklung der Einen Welt“ mit einem Impulsreferat vom GMÖ Pfarrer Kai Horstmann in unserem Herkenrather Gemeindezentrum stattfinden, zu dem Sie alle eingeladen sind.

Am Pfingstsonntag werden 2 Gäste in Herkenrath im Gottesdienst sein. Anschließend wird ein Bus alle interessierten Gemeindeglieder  zu der „Weite wirkt“ Veranstaltung in Mülheim an der Ruhr fahren. Dort werden viele Gemeinden aus dem Rheinland mit ihren Partnern teilnehmen und man wird einen Eindruck der weltweiten Ökumene bekommen können. Hier weitere Infos

Anmeldung bei Helena Gaida, Tel. 02204-83736, helenagaida (at) gmx.de, gewünscht. Es wird um einen freiwilligen Beitrag zu den Fahrtkosten gebeten. (Weitere Information: http://www.kirche-muelheim.de/evangelisch-an-der-ruhr/begeistert-2016-weite-wirkt-5365.php )Helena Gaida

Bericht des Partnerschaftsbesuches in Kalungu 11.-25. September 2015

Seit dem ersten Besuch in Kalungu vor 25 Jahren war es nur einmal, in 1998, möglich gewesen, dass eine kleine Delegation von 3 Personen die Partner besucht hatte. Vielen Male wurde eine Reise vorbereitet und musste dann aufgrund der politischen Ereignisse in Kongo mit der entsprechenden Unsicherheit abgesagt werden.
So war es mit gemischten Gefühlen, dass wir jetzt wieder eine Reise geplant hatten. Als die Reise diesmal aber zustande kam, konnten wir es kaum glauben. Überglücklich, dass wir jetzt wirklich dort seien, schlossen wir die Bekannten und die weniger Bekannten an der Grenze zwischen Gisenyi (Ruanda) und Goma (RD Kongo) in die Arme.
Auch die Menschen vor Ort, in den Gemeinden, haben sich unglaublich über unser Kommen gefreut. Wir wurden von lautstarken Chören empfangen und in die Kirche begleitet, wo jeweils ein Dankgottesdienst stattfand. Auch wurden wir mehrfach beschenkt.

Die ersten Tage waren wir in Goma in einem Gästehaus der Kirche, das Centre Rudolf. Dort fand das erste Treffen mit einem Teil des Partnerschaftskomitees statt. Da konnten wir den neuen Superintendenten, Pfarrer Bitondeyubusa Ndabakenga näher kennenlernen. Wir haben die angefertigten Partnerschafts-T-Shirts verteilt und auch die ersten Kugelschreiber mit dem Logo der Partnerschaft. Die kamen nachher noch oft im Einsatz.
Am Sonntag waren wir in der Gemeinde Sake zu Gast, wo die Menschen sehr nach uns ausgeschaut hatten. Nach dem Gottesdienst bekamen wir im Pfarrhaus eine Mahlzeit.
Am Montag besuchten wir das Büro der CBCA (Communauté Baptiste au Centre d’Afrique), wo wir vom stellvertretenden Leiter der Kirche, Dr. Samuel, empfangen wurden, da Dr. Molo zu der Zeit in Genf war. Dem hatten wir noch kurz in Kigali begegnet in dem Gästehaus, wo wir eine Nacht geschlafen hatten.
Danach besuchten wir das Zuhörhaus der Sekundarschule Himbi in Goma, wo Madame Daphrose uns über ihre Seelsorge Arbeit mit den Schülern erzählt hat. Sie versucht den Schülern, die oft Schlimmes erlebt haben, eine neue Hoffnung zu geben und unterstützt sie bei kleinen Handwerken, womit sie ihr Schulgeld verdienen können.
Dann waren wir zu einer tollen Mahlzeit in einem Hotel direkt am Kivusee eingeladen, wo wir die ehemaligen Superintendenten Rugayampunzi und Likanya getroffen haben. Das war eine schöne Überraschung.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Minova, ein größerer Ort am Kivusee, nicht weit von Kalungu. Dort waren wir die nächsten Tage in einem Gästehaus der katholischen Kirche untergebracht, wo es im Unterschied zu Goma immer fließendes Wasser gab. Das Haus hatte auch eine eigene Solaranlage, sodass auch Strom meistens da war. Außerdem war es sehr schön gebaut, nah am See, und geschmackvoll eingerichtet.
An dem Tag besuchten wir die Schule für Gehörlose in Minova. Es sind zurzeit 15 Schüler in der Schule, wovon 3 jetzt die 6. Klasse besuchen. Sie werden in diesem Jahr den Grundschulabschluss machen. Einer der Schüler begrüßte uns mit einer Rede in Gebärdensprache, übersetzt vom Lehrer. Wir konnten den Unterricht beiwohnen und lernten einige Begriffe in der Gebärdensprache. Die Schule ist nur klein, die Klassen 1-3 und 4-5 werden zusammen unterrichtet. Eine größere Schule ist geplant, sowie auch eine Handwerksausbildung für die Gehörlosen, die über das Schulalter hinaus sind. Da die Eltern nicht bereit sind, ein normales Schulgeld zu bezahlen, muss der Kirchenkreis (mit unserer Unterstützung) den Gehalt der Lehrer aufbringen. In der Region sind über 100 Gehörlose identifiziert worden, aber auch die Kinder im Schulalter werden nicht alle eingeschult, teilweise auch, da der Abstand zu Minova zu groß ist. Mit der Unterstützung einer Hilfsorganisation konnten aber viele ein Hörgerät bekommen.
Am Nachmittag besuchten wir die benachbarte katholische Gemeinde und freuten uns vor allem über den schönen Gemeindenutzgarten.

Am Mittwoch ging es weg vom Kivusee in die Berge hinein nach Kalungu. Die Landschaft ist wunderschön. In dem Dankgottesdienst, wo Pfarrer Ulrich Kock-Blunk in Französisch eine Predigt hielt, bekamen wir Kleidung (mit dem Muster der Frauenorganisation) und eine Holzplakette geschenkt. Das Altartuch mit den Fotos der Kirchen im Kirchenkreis, die in der Partnerschaft aktiv sind, das wir mitgebracht hatten, zusammen mit einem geschnitzten Kreuz, passte sehr gut auf dem Altar. Das Tuch wird den Menschen in Kalungu erinnern an die Gemeinden in Deutschland, die an sie denken.
Nach dem Gottesdienst waren wir (leider nur kurz) im Krankenhaus, wo der Arzt uns empfing. Wir sollten halt weiter zu dem neuen Gesundheitszentrum, das an dem Tag eröffnet wurde und wo schon eine ganze Reihe Gäste auf uns wartete. Wir wurden mit ausgelassenem Gesang und Tanz der Frauen empfangen. Nach einigen Reden bekam Dr. Hartmut Üllendahl, in Vertretung von Dr. Otte, der sich sehr um die Finanzierung des Gebäudes gekümmert hatte, die Schlüssel des neuen Gebäudes und übergab sie feierlich an den leitenden Arzt der Zone de Santé (Gesundheitsregion).
Am Nachmittag besuchten wir ein Treffen der FIPO, eine Mikrokreditorganisation initiiert von der CBCA, wo aber die Teilnehmer aus verschiedenen Konfessionen kommen. Die 93 Mitglieder haben sich in kleinen Gruppen zusammengeschlossen, die zusammen ihr Geld anlegen. Einige Gruppen gaben Beispiele von ihren Aktivitäten. Manche würden Ziegen oder Schafe züchten, eine Gruppe hatte Bäume für Feuerholz, bzw. Holzkohle gepflanzt, eine Gruppe hatte einen Parkplatz in Kalungu eingerichtet, wo sie vor allem an Markttagen gut verdienen. Mit dem Verdienst konnten manche Leute ein Feld kaufen, Studiengebühr bezahlen oder gar ein Haus bauen.

Am Donnerstag wohnten wir den Gottesdienst der Frauenorganisation bei. Das Thema war die Rechte der Frauen am Beispiel von dem Text aus 4. Mose 27:1-11, das Erbrecht der Töchter. Der Gottesdienst wurde von Madame Myatsi Waiko und Mama Mundeke geleitet und hatte die Form eines Gespräches allen miteinander.
Danach trafen wir die CECI, die Mikrokreditorganisation der Frauen. Die Frauen sparen regelmäßig einen kleinen Betrag plus einen kleinen Betrag für Sozialfälle. Das gesparte Geld steht jeweils als Mikrokredit den einzelnen Frauen zur Verfügung. Ein Kredit bekommt man für 3 Monate und zahlt darüber einmalig 10% Zinsen. In dem Fall, dass es nach 3 Monaten nicht vollständig zurückgezahlt ist, gilt der Restbetrag als ein neuer Kredit, worüber dann wieder Zinsen fällig sind. Oft haben die Frauen einen Kredit gebraucht um damit das Schulgeld für die Kinder zu zahlen.

Wir besuchten in der Grundschule die 3. Klasse, von Mama Wema. Die Klasse ist proppenvoll, 3-4 Kinder in einer Schulbank, aber total leise. Die Kinder werden aufgefordert mitzumachen und für eine gute Antwort wird rhythmisch geklatscht.
Auch die 4. Klasse der Sekundarschule war sehr voll. Im Französisch Unterricht wurde ein Text besprochen, in dem es darum ging, was man nach der Schule machen möchte.

Neben der Schule befindet sich das Zuhörhaus für Frauen mit Gewalterfahrungen  Um das Gebäude herum ist ein Zaun gegen neugierige Blicke. Neben ein Sprechzimmer gibt es auch ein Ruheraum mit Bett, wo verletzte Frauen sich eine Zeitlang ausruhen können. Die Frauen bekommen seelsorgerliche und psychosoziale Betreuung, falls nötig medizinische Versorgung und eine Hilfe sich ökonomisch selbständig zu machen, z.B. mit Saatgut.

Als nächstes trafen wir die PPA (Partnership Program Agreement). Diese Organisation vereinigt Menschen der verschiedensten Stämme und Konfessionen, die in den Dörfern die Risiken für Katastrophen, z.B. Armut, Krankheiten von Pflanzen und Tieren, schlechte Verwaltung, Menschenrechtsverletzungen, Erosion usw. ermitteln, Prioritäten erarbeiten und mit Geld von Christian Aid versuchen dem  Abhilfe zu schaffen. Eins der Erfolge ist die Aufzucht von 62 000 Baumsetzlingen von verschiedensten Arten. Die Bäume werden gepflanzt gegen die Erosion, um den Boden zu verbessern, für Feuerholz und um Grenzkonflikte beizulegen.

Am Nachmittag trafen wir die Vertreter der Jugend- und Kinderarbeit. Die Betreuer arbeiten alle ehrenamtlich und bekommen am Anfang eine Ausbildung von 3 Monaten in Goma. Wichtig ist, dass die Kinder lernen etwas zu produzieren, womit sie ihr Schulgeld verdienen können. Aber sie spielen auch gerne Fußball. Deshalb haben sie sich sehr über die mitgebrachten Fußbälle gefreut. Auch die Freundschaftsbändchen, von deutschen Kindern angefertigt, kamen gut an. Sie waren ebenfalls sehr interessiert von Brittas Arbeit zu hören, die an Hand von Fotos erzählt hat.

Am Freitag trafen wir uns in dem neuen Bureau de poste (Kirchenkreisbüro) mit dem Pfarrkonvent. Einige Personen erzählten einen Fall, den sie In der Seelsorge betreut hatten. Nachher trafen wir die Agents du poste (die verschiedenen Mitarbeiter des Kirchenkreises) und das Partnerschaftskomitee. Der Superintendent gab eine Übersicht über den Kirchenkreis und jeder der Mitarbeiter stellte seinen Bereich vor. Wir bekamen jeder eine Holzplakette geschenkt und überhändigten unser Köln Skyline Bild.

Danach waren in der Sekundarschule Schüler von der Schule Hindi aus Goma zu Besuch, die über Seelsorge, darüber, wie Waisen lernen können für sich selbst zu sorgen und über kleine Handwerke erzählten. In der Gruppe der „Artisten“ habe ich gelernt, wie man Stoff und T-Shirts bedrucken kann und wie man aus Papierstreifen Ketten anfertigen kann.
Am Nachmittag saßen wir mit dem Partnerschafskomitee zusammen, wo die Projekte, die wir unterstützen, vorgestellt wurden.

Am Samstag brachen wir auf in Minova. Mit einem Abstecher nach Masisi (50km hin und zurück über sehr schlechten Wegen) fuhren wir zurück nach Goma. Der Besuch in Masisi war ein Highlight. Die uns vor und in der Kirche empfangenden Kinder wollten kaum aufhören zu singen und zu tanzen. In dem Dankgottesdienst, wo Ulrich nochmal predigen durfte, bekamen wir alle Hemde, die in der Ausbildungsstätte für Schneiderinnen angefertigt wurden. In der kleinen Schule für Flüchtlingskinder (es gibt bei Masisi immer noch einige Flüchtlingscamps, auch wenn viele Flüchtlinge zu ihren Dörfern zurückkehren konnten) wurden Hannah und ich begrüßt mit: „Bonjour monsieur le missionaire“. Nach Hannahs Frage, ob sie denn auch „Madame la missionaire“ sagen könnten und einer Ermutigung vom Lehrer, klappte das auch. Diese Schule ist wirklich sehr primitiv, zum Teil aus undichten Lehmwänden, ohne Bänke oder Tafel.
Pfarrer Maonero, der mit der letzten Besuchsgruppe in Deutschland war, hat ein fürstliches Mahl für uns vorbereitet. Da gab es alles, was das Land hergibt. Ein Ausdruck von der Freude uns jetzt bei ihm zu Gast zu haben.
Nach dem Essen besuchten wir die Ausbildungsstätte für arbeitslose Jugendliche, oft Ex-Kindersoldaten oder vergewaltigte Mädchen. Auf kleinstem Raum lernen die Jungen schreinern und die Mädchen schneidern. Sie bleiben dort 6 Monate und werden dann an Werkstätten in der Umgebung vermittelt um weitere Erfahrung zu bekommen.
Auf dem Rückweg fing es an, kräftig zu regnen und die Straße war bald nur noch Matsch. Unser Fahrer hat uns aber mit dem geländetüchtigen Landcruiser sicher zurück nach Sake gebracht, wo wir uns über 2 Autos für die Rückfahrt nach Goma verteilen konnten.

Am Sonntag war ein großer Ordinationsgottesdienst in Goma. 9 Männer aus verschiedenen Kirchenkreisen, davon auch 3 aus Kalungu, wurden ordiniert. Es war ein großes Fest mit mehreren Chören und ein Bläserchor. Nach der Ordination der neuen Pfarrer wurden auch ihren Ehefrauen gesegnet. Bei dieser besonderen Gelegenheit wurde auch Abendmahl mit Brot und Fingerhütchen süßer roter Limo gefeiert. An dem Gottesdienst nahmen auch die Delegationen aus Herne und Altenkirchen teil, die jetzt ebenfalls in Goma waren.

Am Montag waren alle Delegationen zuerst im CBCA Büro, wo wir jetzt auch Dr. Molo trafen. Dann standen Besichtigungen auf dem Programm: der neue Salle Polyvalente (Mehrzweckssaal), das Observatorium der Vulkane (sehr interessant), der ULPGL, der protestantische Université Libre des Pays des Grands Lacs, und das Bethesda Krankenhaus, wo vor allem viele Kriegsverletzte behandelt werden.
Am späten Nachmittag bereiteten wir in konstruktiver Arbeit mit unseren Partnern die Vorstellung unserer Partnerschaft am nächsten Tag auf der Konsultation vor. Die Anliegen für die Zukunft, die wir in unserer Evaluation benannt hatten, fanden ein offenes Ohr.

Vom 22.-24. September fand der Konsultation der 4 Partnerschaften der CBCA: Kalungu – Köln-Rechtsrheinisch, Goma – Saar-West, Bukavu – Herne und Muku – Altenkirchen statt.
Am Anfang beschrieb Pfarrer Kabango, Afrika Referent der VEM, was in der VEM unter Partnerschaften verstanden wird. Dann stellten alle Partnerschaften sich vor, wobei in der Diskussion auch mancher allgemein gültiger Aspekt angesprochen wurde. Pfarrer Sendoro, der Regionalbeauftragte der VEM in Daressalam, stellte einen Vorschlag für neue Regelungen für die Partnerschaften vor. Diese werden in den einzelnen Gruppen noch besprochen werden müssen und kommen dann nächstes Jahr bei dem 2. Teil der Konsultation in Wuppertal auf die Tagesordnung.
In Kleingruppen wurden wichtige Fragen der Partnerschaft besprochen. Es wurde immer wieder betont, dass es in der Partnerschaft nicht in erster Linie um Projekte und Geld geht, sondern dass Austausch von Informationen, Fürbitten, Partnerschaftsgottesdienste, Austausch von theologischen Inhalten und nach Möglichkeit Besuche, wo ein Austausch des täglichen Lebens stattfindet, wichtig sind.

Zusammenfassend war es eine sehr erfüllte Zeit, wo wir sehr beschenkt wurden von der großen Freude über unser Kommen, von der vielen Mühe, die unsere Partner gemacht haben, damit es uns gut gehe und damit wir so viel wie möglich von den Aktivitäten in den Gemeinden mitkriegen. In Deutschland wäre das schwer vorstellbar, dass ein Superintendent sich 2 Wochen lang freimachen kann um nur für die Gäste da zu sein. Aber da war das so und er war immer bereit uns zu allen möglichen Themen Rede und Antwort zu geben. Für uns war es sehr wichtig, die Menschen und die Orte selbst zu sehen, von denen man ja schon so viel gehört hat. Noch so schöne Bilder können das selber sehen nicht ersetzen. Diese Erfahrung wird die Partnerschaftsarbeit hier vor Ort sicher beflügeln.

Informationen zur Partnerschaft mit Kalungu, Jan. 2015

Im vergangenen Jahr war es einigermaßen friedlich im Kirchenkreis Kalungu. Nur in dem Gebiet von Masisi gab es eine Zeitlang Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen.
Weiter nördlich im Kivu-Gebiet sind die internationalen Eingreiftruppen noch präsent, haben jedoch kaum Erfolg gegen den anderen Milizengruppen, nachdem sie in 2013 erfolgreich die M23 Rebellen besiegt hatten.

Unsere Partner in Kalungu stecken viel Energie in Friedenserziehung. Auf verschiedenen Ebenen (Presbyterium, Leiterinnen von Frauengruppen, Jugend, Kinder) werden Menschen in Vorbeugung und Management jeder Art von Konflikten ausgebildet. In Masisi gab es eine große Open Air Veranstaltung  zum Thema Frieden und friedliches Zusammenleben. Für die Kinder gibt es Friedensclubs.

Ein anderes wichtiges Thema, das der Kirchenkreis anpackt, ist die Wiederaufforstung . Bei den Kriegen in den vergangenen Jahren haben Soldaten und Flüchtlinge viele Bäume gefällt als Brennholz. Da das Gebiet sehr hügelig ist, führt die Entwaldung schnell zu Erosion. Gerade Ende Oktober haben sintflutartige Regenfälle an verschiedenen Orten im Kivu Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht. Auch ein kleines Gebiet im Kirchenkreis Kalungu ist betroffen, dort sind zum Glück nur wenige Menschen zu Schaden gekommen, aber der materielle Schaden ist groß.

Da viele Menschen sehr arm sind, fehlt es ihnen oft an Geld ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Kirche bietet Schüler eine Ausbildung in Kunsthandwerk, oder auch sticken und stricken an, damit diese mit dem Verkauf ihrer Produkte selber das Schulgeld verdienen können.
Ebenfalls werden kleine Projekte gegen die Armut für Erwachsene ins Leben gerufen.

Leider bleibt es noch immer eine wichtige Aufgabe, vergewaltigte Frauen aufzufangen, sie psychologische und wenn nötig medizinische Versorgung zukommen zu lassen und ihnen zu helfen, wieder einen Stand im Leben zu finden. Dazu wird auch eine berufliche Ausbildung angeboten, da diese Frauen jetzt oft alleine für sich selber (und eventuelle Kinder) sorgen müssen.
Auch ehemaligen Kindersoldaten, die oft nichts gelernt haben, wird eine Berufsausbildung angeboten.

Und es gibt noch weitere Aktivitäten, die die Kirche mit unserer Unterstützung durchführt, zB. Stipendien für Theologiestudenten, da das Durchschnittsalter der Pfarrer sehr hoch ist, Fortbildungsveranstaltungen für die Pfarrer angesichts dem vielen Leid, was geschehen ist und die Menschen verzweifeln lässt, Unterstützung von Waisen und Witwen, eine Schule für taubstumme Kinder, weiterer Ausbau der medizinischen Versorgung usw.

In diesem Jahr hoffen wir, die Partner und ihre Arbeit selber sehen zu können. In September wird in Goma (Hauptstadt von Nord-Kivu) eine Partnerschaftskonsultation zwischen den 4 Kirchenkreisen der CBCA, die eine Partnerschaft mit Deutschland haben, und ihren deutschen Partnern stattfinden. Zu der Gelegenheit möchten wir auch mit einer kleinen Delegation die Geschwister in Kalungu besuchen. Beten wir, dass es friedlich bleibt.

Information zur Partnerschaft mit Kalungu, Kongo, November 2013

Wie jedes Jahr feierten wir in November den Partnerschaftssonntag, zusammen mit den Partnern des Kirchenkreises Köln-Rechtrheinisch: Brasilien, Taiwan und Kongo. In diesem Jahr hat Deutschland den Partnerschaftsgottesdienst vorbereitet. Die Vorbereitungsgruppe hat sich entschieden für das Thema des diesjährigen Kirchentages „Soviel du brauchst“.

In Herkenrath hatten wir den Leiter der Abteilung Afrika der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Pfarrer John Wesley Kabango, als Prediger unter uns. Pfarrer Kabango kommt aus Ruanda und hatte zuletzt vor ein paar Monaten den Kivu, in Ost-Kongo, wo sich der Partnerkirchenkreis Kalungu befindet, besucht.
Pfarrer Kabango konnte uns zur aktuellen Lage in Ost-Kongo informieren. Die M23 Rebellen hatten in November 2012 tatsächlich Goma erobert und hatten sich nur unter Druck der internationalen Gemeinschaft ein Stückchen zurückgezogen, hielten aber noch ein großes Gebiet nördlich von Goma besetzt. Nachdem es bei Friedensgesprächen in Kampala (Uganda) zwischen der Regierungsvertretung von Kinshasa und Vertreter der M23 nur sehr langsam voran ging, hat in Oktober 2013 die Regierungsarmee, unterstützt von neuen internationalen Eingreiftruppen, die mit einem robusten Mandat ausgestattet worden waren, mit einer schnellen Offensive die M23 militärisch ausgeschaltet. Die M23 hat sich darauf für aufgelöst erklärt, wie das auch bei den Verhandlungen in Kampala gefordert wurde. Hier finden Sie den Bericht von Pfarrer Kabango.

Pfarrer Rugayampunzi, Superintendent des Kirchenkreises Kalungu, berichtet neben Positives auch von dem verheerenden Sturm, der Ende September im Kirchenkreis Kalungu viel Schaden angerichtet hat. Hier geht es zu seinem Brief vom 6.10.2013. Hier finden Sie ein paar Bilder der Katastrophe.
Der Kongo Arbeitskreis hat aus dem Spendenkonto schon mal 2.500 Euro als zusätzliche Akuthilfe überwiesen. Auch im nächsten Jahr rechnen die Partner in Kalungu wieder mit unserer finanziellen Unterstützung für ihre wichtigen Aufgaben.

Informationen über Kongo und Kalungu Nov. 2012

Ende letzten Jahres wurden Präsidents- und Parlamentswahlen durchgeführt. Der amtierende Präsident hat mit Pfuscherei die Wahl gewonnen, aber hat dadurch sowohl im Land als auch international viel Ansehen verloren. Viele Menschen haben kein Vertrauen mehr in ihm.

In April dieses Jahres hat sich eine Gruppe, die sich M23 nennt, von der Armee losgesagt. Diese Gruppe gehörte zu der überwiegend aus Tutsi-Kongolesen bestehenden Armee um General Nkunda. Dieser General erreicht Ende 2008 sogar die Tagespresse mit seinen Aktivitäten. Er drohte damals Goma einzunehmen. Nachdem Nkunda von Ruanda gefangengesetzt wurde, wurde am 23 März 2009 ein Friedensabkommen mit seiner Gruppe geschlossen, das u.a. vorsah, dass die Soldaten in die reguläre Armee integriert werden sollten. Dieses ist zwar passiert, aber verschiedene andere Abmachungen wurden noch nicht implementiert. Das sorgte für Unzufriedenheit bei dieser Gruppe und als sie dann Anfang dieses Jahres verlegt werden sollten zu einem anderen Gebiet von Kongo, haben sie gemeutert.
Die Regierung hat darauf versucht, sie mit Gewalt wieder zurückzubringen, was mit der schlecht ausgerüsteten Armee (die Soldaten bekommen kaum zu essen und nur selten Sold) nicht gelang. Die Gruppe M23 wurde nur Richtung Nationalpark auf der Grenze nach Uganda und Ruanda gedrängt, wo sie jetzt u.a. eine wichtige Grenzstadt besetzt halten.
Da wiederum große Angst herrschte, dass die M23 Goma, die Hauptstadt von Nord-Kivu, angreifen würde, wurden viele Regierungstruppen und auch UNO Truppen in einem Kreis um die M23 gelegt. Das bedeutete aber, dass aus anderen Gebieten die Truppen abgezogen wurden. Dadurch bekamen andere Milizen, wie die Hutu-Rebellen, die seit dem Genozid in 1994 in Ruanda in Kongo leben, das Feld frei um die Bevölkerung zu terrorisieren.
Beides, die Kampfhandlungen mit M23 und die Aktivitäten verschiedener Milizengruppen, haben wieder Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben.

Obwohl es in Kalungu selber ruhig ist, sind Teile des Kirchenkreises von diesen Unruhen betroffen. Zurzeit befinden sich 3400 Flüchtlinge in Kalungu. Pfarrer Mangolopa schreibt: „Viele Orte und Gemeinden des Kirchenkreises Kalungu sind von dieser Situation betroffen. Der Stammeshass, die Tötungen und andere Gräueltaten sind wieder aufgelebt. An manchen Orten haben die Schulen nicht geöffnet, sei es, weil die Gebäude belegt sind mit Flüchtlingen, sei es weil die Gegend unter der Kontrolle von Milizen steht oder sei es weil die Klassenräume zerstört wurden.
In diesem dunklen Bild scheint ein kleines Licht. Der Kirchenkreis Kalungu hat 3 neue Pfarrer ordiniert, davon einen aus Walikale. Dieser Teil des Kirchenkreises ist isoliert durch fehlende Straßen und als Folge der Unsicherheit. Der neu geweihte Diener wird den Christen in Walikale helfen, die aufgrund des Pfarrermangels viele Monate ohne Teilnahme am Heiligen Abendmahl auskommen müssen.“

Von dem Geld, das der Kirchenkreis Kalungu von unserem Kirchenkreis bekommt, wird u.a. das Studium von neuen Pfarrern bezahlt. Das ist dringend erforderlich, da viele Pfarrer bald in das Rentenalter kommen. Weitere Aktivitäten, die unterstützt werden, sind das Auffangen von vergewaltigten Frauen und Mädchen mit der Möglichkeit eine Berufsausbildung zu bekommen. Ebenfalls eine Berufsausbildung für arbeitslose Jugendliche / Ex-Kindersoldaten und Unterstützung von Schülern, damit die lernen ihr Schulgeld selbst zu verdienen. Außerdem ist die Kirche aktiv auf dem Gebiet von Friedenserziehung.
Die ehemalige Entbindungsstation in Kalungu hat sich weiterentwickelt zu einem Krankenhaus.

Abschied von den Gästen aus Kalungu/Kongo

Vom 7. bis zum 11. Juni waren sieben Mitglieder unserer Partnergemeinde aus Kalungu/Kongo bei Familien in unserer Gemeinde zu Gast. Wir haben uns mit einem „Kongo Abend“ im Gemeindezentrum
von ihnen verabschiedet. An diesem fröhlichen Abschiedsfest haben viele Gemeindemitglieder, sowie die Superintendentin, Frau Vogel, und die Vorsitzende des Arbeitskreises Kalungu, Frau Kesten, und deren Nachfolgerin, Helena Gaida, teilgenommen. Die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde Herkenrath wie auch das Gemeindeleben in Kalungu wurden durch eine Bildpräsentation dargestellt. Ein kleiner Einblick in Lebensverhältnisse und Arbeit der Partnergemeinde im Kongo. Die Kinder stellen z. B. handgearbeitete Ketten her, um von dem Erlös ihr Schulgeld zu bezahlen. Damit wir Afrika auch
mal schmecken konnten, hatten die Gäste gemeinsam ein afrikanisches Essen liebevoll zubereitet.
Es gab Fufu, eine Kloßart aus Cassavamehl, Cassavagemüse, Kochbananen und eine afrikanische
Sauce. Die Kongolesen sangen Kirchenlieder in ihrer Landessprache Kisuaheli und zeigten uns auch, dass bei ihnen zu Kirchenliedern getanzt wird, sodass man einen Eindruck vom Gottesdienst in ihrer Heimat bekam. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch unserer Schwestern und Brüder aus Kalungu, der
hoffentlich in einigen Jahren wieder möglich ist.

   Sigrid Leuchter

Partnerschaftstreffen 2011

Auf Einladung des Kirchenkreises Köln Rechtsrheinisch waren Menschen aus den 3 Kirchenkreispartnerschaften aus Brasilien, Kongo und Taiwan in der Zeit vom 22.5.-13.6.2011 zu Gast in verschiedenen Gemeinden, so auch in Herkenrath.
Seit fast 20 Jahren arbeitet unser Bezirk in dieser Partnerschaft Kalungu/Kongo mit.
20 Jahre Verbindungen über die Grenzen der Gemeinde, des Landes und der Kontinente  hinweg, das ist eine lange Zeit voller Hoffnung, Sorge, Herausforderung und Treue.
Wenn dann Besuche möglich sind, überwiegen Freude und Anteilnahme. Solche persönlichen Begegnungen halten die Partnerschaften lebendig, begeistern Menschen in den Gemeinden und bereichern Gäste und Gastgeber.

Hier ist der Platz, um allen in der Gemeinde und im Kirchenkreis im Namen des Arbeitskreises Kongo für Interesse, Offenheit, Hilfsbereitschaft, Mitarbeit und treue Begleitung zu danken, die wir in der langen Zeit des Besuchs erfahren haben.
Die Gäste waren viel unterwegs zu gemeinsamen Bibelarbeiten, Gottesdiensten, Besichtigungen und Empfängen bei der Superintendentin Andrea Vogel, beim Oberbürgermeister im Kölner Rathaus und im Landeskirchenamt mit der Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.
Und natürlich wurde auch auf Kirchenkreisebene gefeiert, bei den Taiwanesen in Porz, mit den Brasilianern in Höhenhaus und, für uns besonders schön, mit den Menschen aus Kalungu beim lebendigen Kongoabend in Herkenrath. Die Kongolesen waren bestens vorbereitet: für jeden Anlass hatten sie ein Geschenk bereit und überreichten es fröhlich und mit passenden Worten.

Ich erwähne hier die Herkenrather Programmpunkte:
-    2 Gäste konnten an einem Konfirmationsgottesdienst teilnehmen.
-    2 Gäste besuchten die ev. Grundschule in Bensberg, wo vor allem die Erstklässler 1000 Fragen hatten.
-    Sehr informatives Gespräch mit den Sozialberaterinnen
-    Besuch des Altenberger Domes, wo wir spontan zum Alten-Geburtstagskaffee eingeladen wurden.
-    Teilnahme am Schulgottesdienst
-    Besuch der Kirche St. Antonius Abbas
-    Treffen mit dem Ökumenekreis, wo die Gäste in Bezug zu der Umgang der Kirche mit Homosexuellen sehr beeindruckt waren von der persönlichen Auffassung einer Teilnehmerin: „Dort wo Liebe ist, da ist Gott“.
-    Und natürlich der Kongoabend (siehe Artikel im Monatsgruss).

Rechtzeitig hatten wir die Delegation aus dem Kongo als Gäste beim Kirchentag angemeldet. Wir waren dankbar, dass ihnen die Teilnehmerkarten kostenlos gegeben wurden. Außerdem waren die Quartiere dicht beieinander in der Stadt zugeteilt. Pfarrer Mangolopa und Frau Kesten wollten als Begleitung und Übersetzer mitfahren. Der Pfarrer musste wegen einer Zahnoperation in Rösrath bleiben. Da war es vorteilhaft,  gemeinsam mit den jugendlichen Herkenrathern im Bus nach Dresden zu fahren. Sie halfen den Gästen bei Handyeinstellung und Raststättenklos, teilten ihre Vorräte und sangen gemeinsam.
Dresden war die große Herausforderung mit Programmauswahl, Kartenlesen und Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln. Einige fanden ihre Gastgeber ganz allein und halfen den anderen, sich zurechtzufinden.  Sie waren beeindruckt von der ausgeklügelten Organisation, der Freundlichkeit der Dresdener, der Vielfalt des christlichen Engagements, und von der Frömmigkeit der Deutschen! Das widerspricht den gängigen Vorurteilen. Der Kirchentag ist aber auch etwas Besonderes. Unsere Gäste erlebten die weltweite Gemeinschaft und waren begeistert.

Nach vielen gemeinsamen Gesprächen und Feiern, mit vorbildlich gepacktem Gepäck und  vielen Fotos und Erinnerungen beladen, flogen die Kongolesen wieder in ihre Heimat. Sie werden von ihren Schwestern und Brüdern hier erzählen. Wir hoffen und beten, dass dort der Frieden endlich einkehrt. Wir bleiben verbunden.

Nach 15 Jahren Vorsitz im Arbeitskreis Kongo hat Frau Kesten sich wegen Umzug nach Berlin verabschiedet. Neue Vorsitzende ist Helena Gaida aus Herkenrath.  

Cornelia Kesten, Helena Gaida 29.7.2011

Wir erwarten im Mai / Juni 2011 Besuch

In 2010 konnten unsere Geschwister in Kalungu viele Aktivitäten durchführen. Es herrscht zwar noch Unsicherheit, aber kein Krieg mehr. Die meisten Flüchtlinge konnten nach Hause zurückkehren, wobei die Kirche sie mit Starthilfen unterstützen konnte. Auch andere Opfer des Krieges (Witwen, Waisen, vergewaltigten Frauen und Mädchen, Ex-Kindersoldaten) bekamen Unterstützung in der Form von Saatgut, Schulgeld, medizinische und psychologische Versorgung und Ausbildung. Auch hat die Kirche sich den taubstummen Menschen in ihrer Mitte angenommen und lässt ihnen Schulunterricht bzw. Ausbildung zukommen. Das lange erwünschte Auto für die Krankenstation in Kalungu (inzwischen zu Krankenhaus promoviert) konnte doch noch angeschafft werden. Ehepaar Kesten konnte Goma besuchen um vor Ort Handwerker einzuweisen in den Zusammenbau und den Unterhalt von Solarlampen. Diese Lampen sind eine große Hilfe an Orten, wo kein Strom ist und es abends immer um 18 Uhr dunkel wird. So können z.B. Schüler auch am Abend noch Hausaufgaben machen.
Auch für 2011 wollen wir die Kirche bei ihren Aufgaben unterstützen. Die Hilfe für benachteiligte Menschen ist weiterhin nötig. Auch brauchen manche Schulen Schulbänke, da die Flüchtlinge oder die Soldaten sie als Brennholz verwendet haben. Weiterhin werden einige Theologiestudenten unterstützt, die die jetzige Generation Pfarrer ablösen sollen, da die meisten schon nah am Rentenalter sind.
Und wir schauen hinaus auf das Treffen aller Partnerschaften des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch im kommenden Mai/Juni. Die Partner werden auch einige Tage bei uns in der Gemeinde sein. Sprechen Sie bitte mich oder Pfarrer Schmidt an, falls Sie für ein paar Nächte jemand aufnehmen könnten, oder beim Übersetzen (Französisch) behilflich sein könnten.

Helena Gaida, Tel.:02204/83736

Eine Reise nach Kalungu vom 14.10.2010

Gelobt sei Gott – MUNGU ASIFIWE!
Kein Morgen, keine Andacht, kein Gottesdienst, der nicht mit dem Gotteslob oder dem Dank beginnt.
Das haben wir 14 Tage im Alltag der Baptistischen Kirche in Goma, Demokratische Republik Kongo, miterleben können. Und das war eine bewegende Zeit!

Nachdem es 12 Jahre lang wegen des Krieges nicht möglich war, mit einer Reisegruppe in den Osten des Kongo zu fahren, entschlossen sich mein Mann und ich, Martin und Cornelia Kesten, kurzfristig für einen Besuch. Trotz aller Bedenken und Warnungen war es die richtige Entscheidung. Das ließen uns unsere Partner im Kongo spüren. Sie sagten, unser Besuch sei bereits ein Zeichen für Frieden, für den die Kongolesen arbeiten und beten, wie wir auch!

3 mal konnten wir Besuche in Gemeinden des Kirchenkreises Kalungu machen. 2 mal 3 Stunden für 60 oder 70 km, hin und am selben Tag wieder zurück. Dafür wird man etwas durchgeschüttelt, mit Begeisterung begrüßt, auch an Werktagen in den Gottesdienst eingeladen, und von Pfarrer Mangolopa, unserem treuen Begleiter und Übersetzer vorgestellt. Danach war es an uns, etwas zu sagen. Wir sprachen Kisuaheli, Französisch, Englisch, Deutsch. Ich denke, wir wurden verstanden. Große Freude machten uns die mindestens 4 Chöre in einem Gottesdienst, das klang lebendig  und kräftig, mit Trommeln und E-Gitarren unterstützt und mit Tanzschritten und Solostimmen begleitet:
TUMUSHUKURU MUNGU, kwa kuwa yeye ni mwema kwa mana rehema sake ni sa milele.
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewig.

Einen besonderen Schwerpunkt bekam unsere Reise mit dem Beginn eines neuen Projekts: „Licht für Kalungu“. In den Dörfern gibt es keinen Strom. In Abstimmung mit der Kirchenleitung wurde in Goma eine Werkstatt zum Zusammenbau von Solux-Solarlampen eingerichtet. Mit einem einfachen Solar-Panel lädt man am Tag die Lampe auf, und abends leuchtet sie für 4-6 Stunden. Mein Mann wies 2 Mitarbeiter in die Technik ein. Es funktionierte alles sofort: der Transport, die Auslieferung, die Elektrik. Die erste fertige Lampe erhielt der Superintendent vom Kirchenkreis Kalungu mit entsprechender Einführung. Die Anschlussstecker zum Aufladen von Handys weckte bei den jungen Leuten besondere Aufmerksamkeit, telefonieren ist wie bei uns ein beliebtes Hobby.
 
Wir konnten die großen Erfolge sehen. Sie haben Gebäude gebaut, eine Kirche in Kalungu, ein Gemeindezentrum in Masisi und die Entbindungsstation zu einem Gesundheitszentrum erweitert. Die Frauen haben ein Haus für Seelsorge, das maison d'écoute, ein Haus zum Zuhören.
Die wichtigste Arbeit aber ist zur Zeit, dass sie sich nach Kräften der Menschen annehmen, der Flüchtlinge, der vergewaltigten Frauen, der Menschen, die mit AIDS leben, der Exsoldaten und der vielen Kinder und Jugendlichen. Sie suchen in ihren Gruppen Mittel und Wege zum Überleben für sie: Gemüsebeete auf dem Schulhof, Nähkurse, Gelegenheit, das Tischlern und Sticken zu lernen, das Herstellen von Schmuck, das Bedrucken von T-Shirts. In diesen Programmen arbeiten Frauen und Männer ehrenamtlich für ihre Mitbürger, für ihre Kirche und für den Frieden im Kongo. Sie haben Ideen, aber kein Geld. Sie brauchen auch weiterhin unsere Spenden.
Wir bringen Dank, Zuversicht und viele Grüße zurück!
Gott begleite unsere Vorhaben hier und im Kongo mit seinem Segen. Und zum Schluss, so Gott will: TUTAONANA – wir werden uns wiedersehen.

Für den Arbeitskreis Kongo Cornelia Kesten

Aktuelles aus dem Partnerkirchenkreis im Kongo

Am 24.6.2010 schreibt Cornlia Kesten, Vorsitzende des Arbeitskreises Kongo:heute wollen wir Ihnen einen Brief unseres Präses Nicolaus Schneider vorlegen.  Er schließt sich dem Aufschrei der Kongolesen, und dem der Weltgemeinschaft über die Ermordung des Menschenrechtlers Floribert Chebeya und dessen Fahrer an. Ich habe dem Leiter unserer Partnerkirche, der Baptistischen Kirche in Zentralafrika Dr. Kakule Molo, in einem Brief bereits unser Mitgefühl ausgesprochen.Mit seinem Gebet spricht Präses Schneider uns aus dem Herzen.  Den Bericht des Pfarrers aus der Kirche am Lulonga fügen wir bei.  Das Unglück der Menschen dort und ihr Glaube könnten auch von unseren Partnern in Kalungu so beschrieben sein. 

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Termin Kippekausen 27.11.2019, 15:00 Uhr
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