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Weil jeder Teil
den anderen stützt, konnt ich Jahrhundert stehn, wenn jeder so dem
Ganzen nützt,wird keiner untergehn.
Über Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte konnte die Reichesdorfer
Kirchengemeinde alle notwendigen Instandhaltungsarbeiten des
Kirchenbesitzes finanziell über Wasser halten. Doch mit der Zeit
ergaben sich Arbeiten am Kirchengebäude deren Kostenaufwand die
evangelische Glaubensgemeinschaft nicht mehr decken konnte. Die
Jahre schwerer kommunistischer Diktatur brachten dem Fleiß der
Reichesdorfer keinen Preis mehr auf den Tisch. Kirchliche
wirtschaftliche Vorhaben mussten aus Mangel an finanziellen
Geldmitteln aufgegeben werden. Doch auch in diesen harten und
schweren Jahren lenkte unser lieber Gott das Schicksal unserer
Kirche in eine rettende Zukunft. Schon vor der Wende 1989, zur Zeit
als noch in der evangelischen Kirchengemeinde A.B. Bensberg, ein Ort
neben Köln, in dem Stadtteil Bergisch Gladbach, Kirchenbezirk
Kippekausen, in einer neumodernen, aus Holz und Glas gebauten und
nach ihrer Form als Zeltkirche bekannte Predigtstätte, gelegen neben
einem kleinen Fischteich, Pfarrer Horst Reinhardt, und in
Reichesdorf Pfarrer Hans Binder amtierten, wurde die Partnerschaft
des evangelischen Kirchenbezirks Kippekausen und Reichesdorf ins
Leben gerufen. Die partnerschaftliche Verbundenheit erledigte seit
ihrem Bestehen viele bedürftige Projekte denen die
Kirchengemeindekasse Reichesdorf finanziell nicht gewachsen war. Die
erste große Unterstützung vor der Wende war eine von den Reichesdorferinnen besonders wünschenswerte Wasserpumpe. Dank dieser
Pumpe wurde zu Sommerzeiten das notwendige Wasser in ein betoniertes
Wasserbecken auf den hochgelegenen Friedhof hinauf gepumpt. Die
letzten großen Arbeiten am Kirchenturm wurden im Jahr 1861
durchgeführt. Nach so langen Jahren hatte der Witterungseinfluss
seine Schäden an den äußeren Mauern zusehends verstärkt. Die Fronten
des kirchlichen Eigentums standen sanierungsbedürftig und gefährdet
mit ihrem Schicksal in Gottes Händen. Die hilfreiche Hand streckte
uns wieder die Partnergemeinde Bensberg, Kirchenbezirk Kippekausen.
Sie überbrachten uns eine finanzielle Unterstützung von 10.000,--
DM.
So wurde es nun wahr, wieder einmal, und das war im Jahr 1987,
die dringenden äußeren Renovierungsarbeiten am Turm durchzuführen.
Auch ein neues Ziffernblatt erhielt die Turmuhr damals. Ein Jahr
später konnten aus denselben hilfreichen Geldern die
Außenreparaturen am jahrhundert alten Kirchengebäude fertig gestellt
werden. Die Reichesdorfer Kirche ist die am reichsten mit
architektonischer Plastik ausgestattete sächsische Dorfkirche und
wurde laut alten Innschriften im Jahre 1451 vollendet. Nach der
Wende stand in großer Gefahr das Kirchendach, bzw. das
Kirchengewölbe. Das zernagte Blech des kleinen Türmchens auf dem
Kirchendach, das im Jahre 1847 errichtet worden war, gefährdete
immer mehr das langjährige Bestehen unseres Gotteshauses. Auch
diesmal stand uns die Partnergemeinde Bensberg, Bezirksgemeinde
Kippekausen zur Seite. Mit einem Hilfsgütertransport traf auch das
nötige Kupferblech im Wert von 7.000,-- DM zur Neueinbindung des
kleinen Türmchens in Reichesdorf ein. Wieder konnten wir den wahren
und zuverlässigen Freund in unserer Not erkennen. 1992 erhielt das
kleine Türmchen ein neues Kupferblechdach. Auch freundschaftliche
Verhältnisse wurden innerhalb der Partnerschaft geknüpft. Die
Partnergemeinde hat uns bis auf den heutigen Tag nicht vergessen.
Immer wieder finden sich Mitglieder der Partnergemeinde, die
hilfsbereit sich einsetzen und bis nach Reichesdorf kommen.
Sie
brachten Nahrungsmittel, Kleider und Schuhe, verschiedene Geräte wie
Motorheckenschere, Benzinrasenmäher, Motorsäge und technische
Sanitätsausstattung für ein Badezimmer. Mit einem ausgeliehenen
Xeroxgerät wurde den Reichesdorfern zur Zeit der Auswanderungswelle
viel geholfen. Seit 1991 unterstützt unsere Partnergemeinde
finanziell den Küsterdienst in Reichesdorf, der sich unentbehrlich
in der Instandhaltung unseres Pfarrhauses und kirchlichen Eigentums
erweist. Die Partnergemeinde ist bereit auch in diesem Jahr nach
Reichesdorf zu kommen um die Weiterbeschäftigung des neuen
Küsterpaares für die nächsten zwei Jahre in die Wege zu leiten. Bei
dieser Gelegenheit will die Partnergemeinde auch Sitzauflagen für
die Kirchenbänke in Reichesdorf mitbringen. Ich hoffe, dass wir zum
angemeldeten Termine, 28. Mai, dieses Jahres, einen gemeinsamen
Gottesdienst mit unseren Gästen aus Bergisch Gladbach in Reichesdorf
feiern werden.
Für die treue Partnerschaft gebührt sich an dieser
Stelle einen ganz besonderen Dank an alle Geber und Gaben
auszusprechen, aber nicht zuletzt an die Personen wie Pfarrer Horst
Reinhard, Dietrich Kamphenkel, Robert Dwornicki und Marion Rauber
als auch an ihre Mitarbeiter Walter Grohs, Norbert Grohs, Roswitha
Anders, Ute Niehoff und Küster von Kippekausen Werner Meyndt, der
aus Reichesdorf kommt, Christen die im Laufe der vergangenen Jahre
keine Mühe gescheut haben den knapp 2000 km langen Weg bis
Reichesdorf zu fahren. Ich möchte hier auch mitteilen, dass der
evangelische Kirchenbezirk Kippekausen auch Nahrungsmittelpakete an
die evangelische Kirchengemeinde Mediasch verschickt hat. Beim
verpacken dieser Pakete war auch ich dabei. Es war im Januar, knapp
nach der Wende. So konnte ich persönlich die große Hilfsbereitschaft
und engagierte Handlungsweise der Christengemeinschaft aus Bergisch
Gladbach an Ort und Stelle schätzen lernen, als es hieß, den
Nächsten in der Not zu helfen. Im Namen der Reichesdorfer und
Mediascher möchte ich auf diesem Wege danken für die große
christliche Güte und Barmherzigkeit, für die hilfreiche und treue
Partnerschaft. Ich danke allen Partnerschaftsmitgliedern für Ihren
entscheidenden Beitrag am weiteren Bestehen einer jahrhundert alten
Kirchengemeinde und deren Gemeingut. Gott segne Geber und Gaben und
begleite mit seinem Segen alle zukünftigen Vorhaben unserer
Partnergemeinde.
Ihr Wilhelm Untch |