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27.06.2019, 11.55 Uhr

Monatsspruch: August/September

August:
Geht und verkündet:
Das Himmelreich ist nahe.
Matthäus 10,7

September:
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Matthäus 16,26

Unser Monatsspruch September geht mir direkt in’s Mark: Für einen kurzen Moment muss ich stehenbleiben, mich hinsetzen und nachdenken. Sind wir nicht unser gesamtes Leben auf Leistung gepolt worden? In der Schule, Abitur, Studium und nicht zuletzt im Job? Wir werden unter Druck gesetzt, unser Bestes zu geben – oder sind wir das nicht eigentlich selbst? Wer hat uns das eigentlich in’s Gesicht gesagt, dass wir immer rennen müssen wie in einem Hamsterrad? Wenn ich darüber nachdenke, hat mir das so direkt niemand gesagt. Es ist meine eigene Interpretation meiner ganz persönlichen Geschichte: Da waren die Eltern, die großen Wert auf gute Noten in der Schule gelegt haben. „Die Anderen sind kein Maßstab“ war hier die Lebensmaxime, die mich immer wieder zu Bestleistungen anspornen sollte. Gute Noten, das bedeutete ein Mindestmaß an Rechtfertigungsdruck zu Hause. Als Erwachsene war es schwer, die in der Kindheit erlernten Verhaltensmuster abzulegen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Eigene Entscheidungen treffen – davon handelt unser Monatsspruch.
Im Psalm 23, der uns so vertraut ist, heißt es: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Das ist ein gutes und stabiles Fundament, auf dem wir unser Leben aufbauen können. Jesus nimmt uns aber nun aus unserer Komfortzone und stellt uns auf die Straße und sagt: Lauf! Du selbst bist verantwortlich für Dein Seelenheil. Damit verbunden fordert er uns auf, ihm zu folgen.
Ich stelle mir das bildlich vor: Ich laufe auf der Straße meines Lebens. Gott im Rücken und vor mir Jesus, der mir zeigt, welchen Abzweig auf der Straße ich nehmen sollte. Manchmal ist er ganz nahe und manchmal kann ich ihn kaum noch sehen, weil er schon um eine Ecke gebogen ist oder ein Baum ihn verdeckt, aber er ist immer vor mir. Die Entscheidung, welchen Weg ich dann tatsächlich nehme, bleibt bei mir, solange ich auch bereit bin, die Konsequenzen meines Handelns selbst zu tragen, denn jede Entscheidung – egal wie klein sie auch sein möge – hat eine Auswirkung auf uns und unser Umfeld (schönen Gruß auch an die Vertreter der Chaostheorie - sie wissen schon, das mit dem Schmetterling und dem Tornado).
Es sind viele Entscheidungen, die wir treffen müssen – nein, die wir treffen dürfen!
Damit wird unserem Leben jegliche Schicksalshaftigkeit genommen. Egal, in welcher gedanklichen Tretmühle ich mich befinde: Es ist allein an mir, mein Schicksal in die Hand zu nehmen und zu entscheiden, ob ich meine Alltagswirklichkeit so akzeptiere wie sie ist oder ob ich etwas ändere. Beide Wege verdienen es aber, dass ich sie mit ganzem Herzen vertrete. Wichtig ist nur, dass wir uns immer mal wieder vergewissern, dass wir noch auf dem richtigen Weg sind: Mit Gott im Rücken und mit Jesus vor uns im Blick.
Silke Hörstgen

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