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14.03.2020, 15.57 Uhr

Monatsspruch:

September:
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt
mit sich versöhnt hat.
2. Korinther 5,19
 
Oktober:
Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht‘s euch auch wohl.
Jeremia 29,7

Beim Lesen dieses Verses schweifte meine Erinnerung sofort um fast 50 Jahre zurück in die Küche des CVJM-Hauses in Köttingen. Dort half ich während einer Osterfreizeit der Hausmutter, um irgendwie ein wenig von der Freizeit mitzubekommen, für deren Teilnahme ich leider noch zu jung war. Über Lautsprecher konnte ich in der Küche zumindest akustisch an den Bibelarbeiten teilnehmen. Dabei, vielleicht beim Kartoffelschälen, erahnte ich auf einmal etwas von dem, was Jesus am Kreuz für die Welt vollbracht hat. Vor allen Dingen aber wurde mir deutlich, dass diese Versöhnung mich ganz persönlich betraf, eine Jugendliche, die allzu oft an sich, der Welt und ihrem Leben verzweifelte.
Auch heute noch kann ich es kaum fassen, was es bedeutet, mit Gott, dem Schöpfer der Welt, versöhnt zu sein. Meine Sünden, alles, was ich verbockt habe in meinem Leben, trennen mich nicht länger von meinem Gott. Als Christ glaube ich und nehme für mich in Anspruch, dass Gott sich durch Jesus mit mir versöhnt hat. Diese Erkenntnis hat mich damals als Jugendliche befreit zum Leben, befreit zum Leben in dieser Welt, an der ich so sehr zweifelte.
Allerdings schleicht sich bei mir in diesen Rückblick eine gewisse Wehmut ein. Zum einen gibt es Köttingen, so wie ich es jahrelang erleben durfte, nicht mehr. Zum anderen treibt mich schon länger die Sorge um, wo junge Menschen heute bei uns mit der befreienden Botschaft des Evangeliums so in Berührung kommen, dass sie von ihr ergriffen werden.
Spätestens bei diesen Gedanken muss ich mich allerdings fragen, ob ich schönen Erinnerungen nachhänge und traurig darüber werde, dass nicht nur meine Kinder das so nicht erfahren haben. Oder geht Gott heute einfach andere, neue Wege, seine Botschaft von der Versöhnung verbreiten zu lassen? Sozialisiert in der christlichen Jugendarbeit in Gruppenstunden ist es für mich schwer vorstellbar, dass dies u.a. auch über das Internet erfolgen kann. Aber sollte ich Gott nicht zutrauen, dass er sich damit besser auskennt als ich?
Mitten in mein Zweifeln und Grübeln traf mich dieses Jahr Ostern in einem Fernsehgottesdienst folgende Aussage: „Gott hilf uns, das Naheliegende zu tun, auch wenn wir die Welt nicht retten. Die Welt gerettet hat Jesus.“ In dieser Gewissheit möchte ich immer wieder lernen, Gott zu vertrauen und mich auf das Naheliegende zu konzentrieren.

Petra Asman

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