In der Zeit von Samstag bis Pfingstmontag kam es in unserer Kita zu einer Leitungswasserkatastrophe. Ein Flexschlauch, der zu einem Wasserhahn in einem der Kinderwaschräume führt, war geplatzt. So konnten drei Tage lang rund 300 Liter Wasser pro Stunde ungehindert in die Kita laufen. Als Frau Wilters den Schaden am Pfingstmontag entdeckte, rief sie mich sofort an und alarmierte das Team. Gemeinsam schoben wir die Wassermassen vom Erdgeschoss in den Keller, wo die Feuerwehr so gut es ging abpumpte. Auch das Deutsche Rote Kreuz, der Mann einer Kollegin und eine Kindergartenfamilie halfen mit. Nach rund sechs Stunden war das oberflächliche Wasser beseitigt.
Der tatsächliche Schaden zeigte sich aber erst nach Begutachtung durch eine Trocknungsfirma: Wasser war bereits durch Wände und Decken gezogen, selbst der Sicherungskasten stand unter Wasser. Der Estrich im Erdgeschoss war vollständig durchfeuchtet. Böden, Möbel, Spielsachen, Wandverkleidungen und unsere Kinderküche sind unbrauchbar. Zum Glück ist der Schaden versichert, und alle arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung. Die Koordination der Sofortmaßnahmen war beeindruckend, und auch die Eltern zeigten großes Verständnis und Unterstützung.
Trotz Trocknungsgeräten und großem Schaden blieb die Kita bis zu den Ferien geöffnet, inklusive aller geplanter Aktivitäten wie der Jugendherbergsfahrt – dank eines starken Teams, das auch in der Krise Motivation und Freude an der Arbeit behielt.
Nach den Sommerferien können wir jedoch nicht zurück in die Kita. Ab dem 11.08. ziehen zwei Gruppen in die Jugendräume der Kita Arche Noah, eine weitere ins Gemeindezentrum Herkenrath. Wie lange wir dort bleiben, ist noch ungewiss. Die Umstellung wird sicher Kraft kosten, doch wir gehen mit Zuversicht und Zusammenhalt in diese neue Phase. Umso mehr berührt es uns, wie herzlich wir dort aufgenommen wurden. Auch das ist Gemeinde: gemeinsam Wege finden, wo scheinbar keine sind. Silke Geißler
